letzter Tag

Ich habe jetzt schon bestimmt drei Einträge gestartet, wenn nicht mehr, die dann aus irgendwelchen Gründen nicht gepostet werden wollten.

Entweder ist myblog zusammen gebrochen, oder meine Internetverbindung war zu schwach, oder mein Liebster hat den Laptop einfach zugeklappt obwohl der Eintrag noch nicht fertig hochgeladen war.

Natürlich hatte ich danach nie Lust die Geschichten nochmal zu erzählen aber ich hoffe, dass dieser Eintrag heute mal hinhaut.
Vielleicht umreiße ich kurz die letzten Tage.

Das Wochenende war ziemlich ruhig. Nichts zu tun. Was wir da gemacht haben, weiß ich garnicht so genau. Eigentlich nicht viel, außer fernsehen, essen, lesen und so weiter.
Die nacht von Samstag auf Sonntag war lang und scheiße, genauso wie die von Sonntag auf Montag.

Daniel bekam am Montag eine Nasen-OP und war zwei Nächste davor schon sehr aufgeregt, hatte Angst.
Zu allem Überfluss träumte er in der ersten fast durchwachten Nacht, dass ihn der Tod besucht hat. Er stand bei uns im Zimmer in einer Ecke und redete mit Daniel und sagte ihm, was er machen müsse, damit er gesund wird und was passiert, wenn er das nicht macht.
Sie schlossen einen Deal: Wenn Daniel mich dazu brächte, mein Buch zu schreiben, während er noch krank ist und lebt, wird er gesund. Wenn ich dieses Buch aber nicht schreibe, und es erst schreiben will, wenn Daniel schon tot ist - dann wird Daniel nicht gesund und muss sterben.
Puh. Solche Träume sind zwar nur Träume - aber was soll man machen, man nimmt sie sich eben doch manchmal zu Herzen. Ich sehe, seit Daniel mir das erzählt hat immernoch den Tod nachts im Zimmer stehen. Bah!
Trotzdem habe ich mich, um mich nicht verrückt zu machen intensiv dagegen gewehrt, jetzt anzufangen mein Buch weiter zu schreiben. Wenn man einmal damit anfängt, muss man alle Traum-Deals einhalten - und das kanns nicht sein. Ist genau wie mit Kettenmails; auch wenn man nicht daran glaubt, gibt es viele Leute, die diese Mails verschicken, weil sie Angst haben, dass sie Pech haben, wenn sie es doch nicht tun.

Nein, nein. Das wollen wir nicht!
Die OP ist auch so gut gegangen.
Am Montag sind wir um 7:50 hier losgefahren richtung Krankenhaus. Dort mussten wir erstmal viel zu lange auf Station zwei warten und wurden dann doch wo anders hingeschickt. Toll. Wie auch immer, um 13Uhr sollte die OP sein, um 15:30 war sie dann tatsächlich irgendwann. Ziemlich zermürbend, diese lange Wartezeit.
Dann ging es aber los - und Daniel ward mir für eine Stunde genommen.
Ich weiß nicht warum, aber ich bin fast gestorben, vor Angst. Ich habe echt damit gerechnet, dass er nichtmehr aufwacht. Ich bin schon ganz Paranoid!

Er ist wieder aufgewacht, langsam aber sicher. Das Ding in seiner Nase war höchstwahrscheinlich kein Tumor sondern einfach nur Verkrustungen von Blut und sonstigem Naseninhalt. Glück gehabt!
Daniel sah nach der OP grauenvoll aus. Hanibal-ähnlich.
Am Dienstag kam dann aber schon die Tamponade aus der Nase. Daniel hatte zwar große Schmerzen - aber heute ist alles wieder einigermaßen gut. Er kann wieder durch die Nase atmen, wenn auch alles noch wund ist und gespült werden muss und so.

Heute Nachmittag hat Daniel dann noch einen Termin bei dem HNO zur Kontrolle. Ich hoffe, es ist alles okay. Wie dem auch sei - um halb drei werden wir hier an der Klinik abgeholt. Ich fahre heute nach Hause zu meinen Eltern.
Eigentlich habe ich garkeine Lust und ich habe angst und ich fühle mich miserabel. Aber vielleicht wird es ganz schön und vielleicht tut es ja gut.

Meine Schwester hat morgen Theaterpremiere und da muss ich unbedingt dabei sein. Außerdem hat eine Freundin am Sonntag geburtstag und eine andere Freundin, die ich schon ewig nicht gesehen habe, ist auch gerade im Lande. Einige Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Trotzdem habe ich Angst.

Ich werde dauernd lächeln müssen und so tun, als sei alles gut. Ich weiß, dass ich eigentlich mit niemandem wirklich darüber reden kann, wie es uns geht. Kaum einer wird das verstehen.
Natürlich - meine Familie versteht das.
Aber meine Freunde? Ich denke nicht wirklich.
Es interessiert sie auch nicht. Sie fragen nach und wollen die reißerischen Dinge hören - aber ich werde nicht antworten. Ich werde, wenn sie fragen, wie es Daniel geht, sagen "Scheiße, aber geht schon." Oder sowas in der Art. Kalt und neutral werde ich das sagen. Ende aus peng.

Gehabt euch wohl, schönen Frühlingstag!

17.4.08 10:06

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